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Du fehlst mir…

Du fehlst mir…Abends liege ich im Bett und starre in die Dunkelheit.
Was würde ich dafür geben, wenn ich jetzt den Arm ausstrecken könnte, um dich zu berühren.
Einfach, damit ich weiss, dass du an meiner Seite liegst.
Doch der Platz neben mir ist leer.
Leer und kalt.

Du fehlst mir…

Ich vermisse deine Stimme vor dem Einschlafen.
Die Trägheit, die in deiner Erzählung mitschwingt.
Ich vermisse deinen Atem, der sanft meine Haut berührt.
Die Wärme, die dein Körper ausstrahlt.

Du fehlst mir…

Was würde ich dafür geben, in diesem Moment den Kopf zu drehen und dabei deinen Augen zu begegnen, deine Nase nur wenige Zentimeter von meiner entfernt.
Wenn ich einfach nur die Hand ausstrecken könnte, um deine Wange zu berühren.
Und das Lächeln, welches dein Gesicht erstrahlen lassen würde, wie vermisse ich es doch.

Du fehlst mir…

Ich vermisse deinen ruhigen Atem, wenn du schläfst.
Die Ruhe und Entspanntheit, die du dabei ausstrahlst.
Ich vermisse deine Arme, die mich umschlingen, wenn du dich auf die Seite drehst.
Das Gefühl, deinem Körper so nahe zu sein.
Ich vermisse das Gefühl von Leichtigkeit, wenn du an meiner Seite bist und welches mich immer sanft in den Schlaf begleitete.

Du fehlst mir…

Morgens, wenn ich aufwache, fällt mein erster Blick immer auf die leere Seite meines Bettes.
Weißt du, dass ich das Geräusch der Kaffeemaschine vermisse?
Es war immer ein Zeichen, dass du wach bist, dass du da bist.
Aber jetzt ist es still.
Es ist schon seltsam, wie schnell man sich an Dinge gewöhnen kann und wie sehr die kleinen Geräusche fehlen, wenn sie nicht mehr da sind.

Du fehlst mir…

Jeden Tag, jede Nacht, Stunde um Stunde, immer wieder.
Deine Nähe, deine Wärme, deine Stimme, einfach du selbst.

Du fehlst mir so sehr…

Dezember 2006

Diesen wundervollen Text dürfen wir mit freundlicher Genehmigung vom kleinen Weidetier veröffentlichen.

idylle-mit-bank

Mein bester Freund

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau
und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus.
Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin.

Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze.
“Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren.

Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie.
Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren.
Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!

Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen
Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden.

Seine Frau war gestorben.

Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: “Bewahre nichts für einen
besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass.“

Ich denke immer noch an diese Worte.
Sie haben mein Leben verändert

Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger.
Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft,
ohne auf das Unkraut im Garten zu achten.
Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden
und weniger Zeit bei der Arbeit.

Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung
von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt.

Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf.
Ich benutze täglich meine Kristallgläser.
Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke,
um in den Supermarkt zu gehen.
Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf,
wenn ich Lust darauf habe, anstatt sie für Festtage aufzuheben.

Sätze, wie z B. “Eines Tages …” oder “An einem dieser Tage”
sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden.

Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes
gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird
(ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen).

Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und engen Freunde angerufen hätte.
Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um
sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen.

Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre
(ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.

Es sind diese kleinen unerledigten Dinge,
die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste,
dass meine Tage gezählt sind.

Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben,
mit denen ich mich “an einem dieser Tage” in Verbindung hätte setzen sollen.

Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben,
die ich “an einem dieser Tage” schreiben wollte.

Genervt, meinem Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben,
wie sehr ich sie liebe.

Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr,
was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte.

Ich sage mir, dass jeder Tag etwas besonderes ist, jeder Tag,
jede Stunde sowie jede Minute ist etwas besonderes.

(Verfasser unbekannt)

Das letzte Wort

Sag morgens stets ein gutes Wort,
bevor Du gehst von zu Hause fort.
Es kann am Tag so viel geschehen,
wer weiß, ob wir uns wiedersehen.
Sag lieb ein Wort zur guten Nacht,
wer weiß, ob man noch frühs erwacht.
Das Leben ist so schnell vorbei
und dann ist es nicht einerlei,
was Du zuletzt zu mir gesagt,
was Du zuletzt hast mich gefragt.

Drum lass ein gutes Wort das letzte sein.
Bedenke: Das letzte könnt für immer sein.

(unbekannt)

Do not stand at my grave…

Do not stand at my grave and weep.
I am not there, I do not sleep.

I am the thousand winds that blow.
I am the diamond glint on snow.
I am the sunlight on ripened grain.
I am the gentle autumn rain.

When you wake in the moring hush,
I am the swift, uplifing rush.
Of quiet birds in circling flight.
I am the soft starlight at night.

Do not stand at my grave and cry
I am not there, I did not die!

(Mary Frye, 1932)

Sei mein Licht

Der Himmel zeigt sein rotes Kleid
Seh die Wolken über mir
Am Horizont mein Lichtgeleit
Auf dem Weg zurück zu dirDer Morgen hebt sein Lichterland
Jeder Weg holt dich zu mir
Streich die Segel Richtung Heimatland
In Gedanken schon bei dir

Sei mein Licht und mein Blick
Der mir zeigt wo ich bin
Sei mein Wort und mein Herz
Das mir sagt wer ich bin

All die Ängste jener Tage
Und die Wünsche jener Zeit
Hast du für mich geteilt
Bin ich auch zu hoch geflogen
Hast du mir den Traum gegönnt
Nach jedem Fall war ich nie allein

Hast dich für mich aufgegeben
Mich geführt zu jeder Zeit
Mein Licht am Horizont
Mein Heimgeleit
War der Zweifel noch so groß
Jeden Kampf zu überstehen
Hast du mich aufgehoben
Um weiterzugehen

Sei mein Licht das mir zeigt wo ich bin
Und mein Herz das mir sagt, wer ich bin

Sei mein Licht…..

Ich streck die Seele
leg mich in deinen Arm
Zuflucht ist nur hier
Fern der Welt
Und dem Lichterland
Heimat ist nur bei dir

Sei mein Licht

(Unheilig)